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By Stefanie Eifler

Warum verschaffen sich Akteure Vorteile auf Kosten anderer? Warum nehmen oder behalten sie Wertgegenstände, die ihnen nicht gehören oder nicht zustehen, wenn sich im Rahmen alltäglicher Handlungsvollzüge spontan die Gelegenheit dazu bietet? – Die vorliegende Studie geht dieser Frage nach und verfolgt das Ziel, solche als "kriminell" bezeichneten Aktivitäten angesichts günstiger Gelegenheiten zu erklären und aus der sozialen state of affairs von Akteuren heraus zu verstehen.
Auf der Grundlage des Modells der Frame-Selektion werden die wichtigsten kriminalsoziologischen Theorien in den Bezugsrahmen eines Makro-Mikro-Makro-Modells soziologischer Erklärungen integriert und auf die Selektion kriminellen Handelns bezogen. Am Beispiel von Gelegenheiten zu Fundunterschlagungen und ungerechtfertigten Bereicherungen wird dieser integrative Ansatz einer empirischen examine unterzogen. Die Studie, in der eine Stichprobe der Allgemeinbevölkerung postalisch befragt wurde, führt zu dem Ergebnis, dass kriminelles Handeln angesichts von Gelegenheiten als rationales Handeln aufgefasst werden kann, welches weniger durch instrumentelle Anreize als vielmehr durch nicht-instrumentelle Anreize in Verbindung mit kognitiven Strategien der Rechtfertigung strukturiert ist.

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Während die Frame-Selektion im rc-Modus mit der SEU-Theorie modelliert werden kann, ergibt sich die Frame-Selektion im as-Modus aufgrund des Match mi, der als multiplikative Verknüpfung des Ausmaßes, in dem ein Frame mental verankert ist (ai), in dem Zeichen in der Situation auf den Frame hinweisen (oi), und in dem Frame und Zeichen mental verbunden sind (vi) dargestellt wird (vgl. Kroneberg 2007: 218). Die Selektion eines Frames führt im nächsten Schritt zu einer Aktivierung von möglichen Handlungsabläufen oder Skripten im Sinne »ganze(r) Bündel von mental gespeicherten Handlungssequenzen« (Esser 2003: 159).

1 Soziale Einstellungen zu kriminellem Handeln Mikrosoziologische Ansätze zur Erklärung von kriminellem Handeln erlauben es, Einflüsse der Orientierung an sozialen und/oder rechtlichen Normen auf kriminelles Handeln zu analysieren. Dabei haben Studien, die kriminelles Handeln aus der Perspektive einer Theorie rationaler Wahl untersucht haben, bislang lediglich Einstellungen betrachtet, die die Unterlassung kriminellen Handelns begünstigen. Indem mikrosoziologische Ansätze zusätzlich Einflüsse von Einstellungen, die kriminelles Handeln begünstigen, und Einflüsse von Einstellungen, die kriminelles Handeln rechtfertigen, zu spezifizieren erlauben, können Einflüsse der Orientierung an Normen auf kriminelles Handeln erheblich differenzierter analysiert werden.

Nagin und Paternoster fanden eine Interaktion zwischen Self-Control und den Kosten informeller Sanktionen. Die Autoren zeigten, dass mit sinkender Self-Control ein Verlust sozialer Beziehungen an Relevanz verliert: »(…) due to their greater investment in personal capital, individuals who are more future oriented and less self-centered are more deterred by the perceived risk of damage to that investment« (Nagin/Paternoster 1994: 600). Demgegenüber fanden andere Studien (Tittle/Botchkovar 2005, Wright et al.

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